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Tool 2: Hörtexte durch Aufgaben verstehen

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Bild: SenBJF

Die häufigste (wenn auch viel zu seltene) Thematisierung von Hörverstehensaufgaben erfolgt im Unterricht im Zusammenhang mit Hörtexten (besonders wichtig u.a. in VERA 8 und MSA). Für das Verstehen von Hörtexten ist es wichtig, dass die SuS eine Hörmotivation und Hörerwartung aufbauen. Dafür entwickelt die Lehrkraft mit den SuS vorab Leitfragen oder gibt sie ihnen vor. Sind diese problemorientiert und interessant, steigt die Zuhörmotivation deutlich.

 

Die Schulung des Hörverstehens bei längeren Hörtexten ist den Prinzipien der ebenfalls auf Rezeption ausgelegten Lesedidaktik sehr ähnlich, wobei in der Praxis die Linearität der Präsentation und die Flüchtigkeit des gesprochenen Worts einen großen Unterschied ausmachen. Denn einen Hörtext, der einmal oder mehrfach abgespielt wird, kann man z.B. nicht wie beim Lesen mehrfach überfliegen, um einzelne Informationen herauszusuchen. Daher ist das Arbeitsgedächtnis beim Zuhören in anderer Weise belastet als beim Lesen. Trotzdem kann man einige Aufträge der Lesedidaktik, unter anderem solche zur Visualisierung des Gehörten (zur Aktivierung eines weiteren Lernkanals), auch hier anwenden, da es wie beim Lesen auch um die Rezeption längerer sprachlicher Einheiten geht. Siehe dazu auch die Tools im Kompetenzbereich Rezeption: Leseverstehen.

 

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Tabelle in Hören2

 Mögliche Arbeitsaufträge zum Hörverstehen:

 

 Vor dem Hören (weitere unter Tool 8 "...vor dem Lesen"):

  1. Erwartungshaltung aufbauen/Vorwissen aktivieren
  • Lies vorab die Überschrift des Textes (der Rede, des Films…) und die Aufgabenstellungen (die Hörenden sollten vorher wissen, worauf sie beim Hören achten müssen)
  • Überlege, worum es in dem Hörtext gehen könnte.
  1. Visualisieren
  • Bilder fokussieren und bauen eine Erwartungshaltung auf.
  • Schriftlich präsente Arbeitsaufträge – sei es direkt auf einem Arbeitsblatt oder an der Tafel – fokussieren die Aufmerksamkeit und können nach dem Hören noch einmal nachgelesen werden.

 

 Während des Hörens (weitere unter Tool 9 "...während des Lesens"):

  1. Globales Zuhören – Thema/Hauptaussage ermitteln:
  • Notiere Informationen zur Situation, zum Thema, zu den Hauptpersonen.
  • Formuliere eine eigene Überschrift und 5-7 Kernaussagen zu dem Text.
  1. Selektives Zuhören – explizit angegebene Informationen ermitteln:
  • Notiere Wörter zu dem Wortfeld / Thema „…“
  • Beantworte folgende Fragen „…“
  • „Richtig oder falsch?“ – kreuze die richtige Antwort an.
  • Ordne folgende Aussagen in der richtigen Reihenfolge.
  1. Visualisieren
  • Bilder, die z.B. einen Lehrervortrag begleiten, ergänzen das Gehörte durch den visuellen Lernkanal.
  • Arbeitsblätter mit Zuordnungs- oder Auswahlübungen anhand von Bildmaterial sichern das Verständnis.

 

 Nach dem Hören (Weitere unter Tool 10 "...nach dem Lesen"):

  1. Zuhören reflektieren
  • Frage Dich, ob Du alles verstanden hast.
  • Notiere, wo du etwas nicht verstanden hast.
  • Stelle Fragen dazu
  1. Visualisieren
  • Anhand vorgegebener Visualisierungen werden Hauptinhalte wiedergeben.
  • Schüler/innen übertragen das Gehörte selbständig in eine visuelle Darstellungsform (Schaubild, Comic…).

 

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Fortsetzung Hören2

Im Umgang mit Literatur, die vorgelesen wird, bieten sich Zuhörhefte an, wie sie auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg vorgestellt werden. [1]

Weitere Anregungen können aus der Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der modernen Fremdsprachen gewonnen werden, denn dort sind Hörverstehensaufgaben schon lange ein fester Bestandteil des Unterrichtsalltags (s.u.).
 

Literatur:

  • Imhof/ Bernius, Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule, Göttingen 2010
  • Neugebauer/Nodari, Förderung der Schulsprache in allen Fächern, Bern 2012

 

Links:

 


[1] https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/zuhoerheft